Gegenüberstellung der Diskussionspapiere dieser Seite mit zwei Texten des BUND Schleswig-Holstein. Beide sind unabhängig voneinander entstanden.
Stand 11. September 2026, sprachlich überarbeitet am 27. Oktober 2026
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH), hat zwei Texte zu Rechenzentren in Schleswig-Holstein veröffentlicht: eine verfahrensbezogene Stellungnahme zum Bauleitplanverfahren Busdorf (23. Juni 2026) und ein landesweites Positionspapier zu Bau und Betrieb großer Rechenzentren (August 2026). Beide Texte sind unabhängig von denen auf dieser Seite entstanden, stimmen mit ihnen in der Grundrichtung aber überein: Rechenzentren sollen nicht dort entstehen, wo zufällig eine Fläche und ein Netzanschluss verfügbar sind, sondern dort, wo Größe, Netzkapazität und Wärmeabnahme zueinander passen.
| Thema | Diese Seite (Verteilen statt konzentrieren) |
BUND SH, Busdorf (Juni 2026) |
BUND SH, Landesposition (August 2026) |
|---|---|---|---|
| Wärmesenke | Hartes Standortkriterium, gestützt auf die Wärmeliniendichtekarte im Digitalen Atlas Nord | Zentrale Grundlagenbedingung; Beispielrechnung zeigt Abwärmenutzung im ländlichen Raum als rechnerisch nicht sinnvoll umsetzbar | Konzentration im ländlichen Raum soll grundsätzlich ausgeschlossen werden |
| Netzanschluss | Bindung an gesicherte, genehmigte Anschlusspunkte statt an Vorhaben ohne festen Standort | Fordert eine „separierte Energieversorgung“ bis zur obersten Netzebene bei gekoppelten Standorten | Abstimmung mit Netzbetreibern vor politischen Entscheidungen; konkretes Fallbeispiel zur Netzdestabilisierung durch Batteriespeicher-Rechnung |
| Größensteuerung | Höhenbegrenzung auf 12 m als Mittel, die Leistung am Standort zu begrenzen | DIN EN 50600 als Argument für modulares, skalierbares Bauen gegen Überdimensionierung | „Dezentrale Lösungen statt Megaprojekte“ als Grundsatzforderung |
| Schwellenwert | 20–50 MW als Zugangsschwelle für regionale und europäische Betreiber | kein expliziter Schwellenwert | >10 MW als Schwelle für eine landesweite Strategiepflicht |
| Interkommunaler Ausgleich | Eines der vier Instrumente: Vereinbarung mit Belastungszuschlag für die Standortgemeinde | nicht behandelt | nicht behandelt |
| Notstromversorgung | nicht Teil des Konzepts | Diesel-Netzersatzanlagen bei Langenhorn konkret benannt, EnEfG-Widerspruch festgestellt | Diesel-Verbrauchsrechnung; Forderung nach emissionsfreier Notstromversorgung |
| Kostentragung | nicht explizit behandelt | Kritik an „Garantiezahlungen“ ohne erkennbare Legitimation des noch unbekannten Betreibers | volle Übernahme der Infrastrukturkosten durch die Betreiber gefordert |
| Digitale Souveränität | 20–50-MW-Schwelle als Zugang für Betreiber unter deutschem und europäischem Recht | nicht thematisiert | Unterscheidung zwischen „gut geplanten“ Rechenzentren und Hyperscalern im Dienst multinationaler Konzerninteressen |
| Lebenszyklus / Ressourcen | nicht behandelt | Wasserverbrauch, Kreislaufsysteme bei der Kühlung | zusätzlich: fachgerechtes Recycling des Elektroschrotts |
In der Grundannahme stimmen die Texte überein: Die bisherige Standortwahl richtet sich fast ausschließlich nach dem Windstromüberschuss der Westküste und nicht danach, wo die Abwärme genutzt werden kann oder wie viele gleichzeitig geplante Vorhaben eine Region aufnehmen kann. Beide üben auch dieselbe Kritik am Verfahren: Aufstellungsbeschlüsse werden gefasst, bevor die energiewirtschaftlichen und infrastrukturellen Grundlagen geprüft sind.
Der interkommunale Lastenausgleich kommt in keinem der beiden BUND-Texte vor. Gemeint ist eine feste Vereinbarung, nach der die Standortgemeinde einen Belastungszuschlag erhält und die mittragenden Nachbargemeinden am Ertrag beteiligt werden. Damit enthält das Diskussionspapier neben Prüfkriterien auch einen Vorschlag, wie die Lasten verteilter Standorte ausgeglichen werden können.
Die Gegenüberstellung fasst die BUND-Texte sinngemäß zusammen und gibt sie nicht wörtlich wieder. Maßgeblich ist der Wortlaut der verlinkten Originale.
Die Diskussionspapiere dieser Seite im Volltext: Verteilen statt konzentrieren und Fünf Forderungen an das Land.